Ratgeber

Boot auswintern: Checkliste Schritt für Schritt zum Saisonstart

Beim Auswintern machst du aus einem Boot im Winterschlaf wieder ein segelklares: die Arbeiten an Land, bevor es ins Wasser kommt, ein sorgfältiges Einkranen, die Wiederinbetriebnahme des Motors, das Maststellen und der Check von Wasser, Gas, Elektrik und Sicherheitsausrüstung. In der richtigen Reihenfolge sparst du Zeit in der Werft und findest, was der Winter hinterlassen hat. Nimm die Checkliste unten als Leitfaden für deinen Saisonstart und pass sie an dein Boot und seine Handbücher an.

Planung und Reihenfolge

Fang mit den Notizen vom Einwintern an: Mängel aus der letzten Saison, verschobene Arbeiten und alles, was du über den Winter ausgebaut oder abgeklemmt hast. Wenn du unserer Checkliste zum Winterfestmachen gefolgt bist, hast du diese Liste schon.

Dann sortierst du die Arbeiten. Alles am Unterwasserschiff muss vor dem Krantermin fertig sein, und im Frühjahr sind Kran und Mastkran in vielen Häfen und Werften Wochen im Voraus ausgebucht. Bestell Teile mit langer Lieferzeit früh und prüf, ob deine Versicherung das Boot ab dem Krantermin im Wasser abdeckt – manche Policen legen eine Winterlagerzeit fest.

Checkliste

  • Notizen vom Einwintern und Mängel der letzten Saison zu einer Aufgabenliste gemacht
  • Arbeiten sortiert: an Land vor dem Kranen, am Krantag, danach im Wasser
  • Krantermin mit Hafen oder Werft abgesprochen, bei Bedarf auch den Mastkran
  • Teile, Farbe und Ersatzteile bestellt: Opferanoden, Impeller, Filter, Antifouling
  • Versicherungsschutz für die neue Saison geprüft, auch eine eventuelle Winterlagerzeit
  • Liste aller über den Winter ausgebauten oder abgeklemmten Teile, damit alles wieder an seinen Platz kommt
  • Zeit für Mindesttemperatur und Trocknungszeiten laut Farbhersteller eingeplant

Unterwasserschiff und Rumpf an Land

Wenn die Plane runter ist, wäschst du den Rumpf und siehst ihn dir genau an, solange du noch gut herankommst: Osmoseblasen, Schäden, Risse an der Kielfuge und Rost oder Feuchtigkeit an den Kielbolzen in der Bilge. Alles Strukturelle gehört vor dem Kranen zu einem Gutachter oder in die Werft, nicht danach.

Das Antifouling kommt zum Schluss. Halte dich beim Schleifen, bei der Zahl der Anstriche, der Trocknungszeit und der maximalen Zeit bis zum Zuwasserlassen an die Angaben des Farbherstellers, und sprich mit der Werft ab, dass du die Auflagepunkte von Lagerbock oder Stützen ausbessern kannst, während das Boot am Krantag in den Gurten hängt.

Checkliste

  • Rumpf gewaschen und auf Osmoseblasen, Schäden und Risse geprüft
  • Kielfuge außen und Kielbolzen innen geprüft; Zweifelhaftes vom Profi ansehen lassen
  • Opferanoden an Welle, Saildrive, Rumpf oder Bugstrahlruder geprüft und bei starkem Abtrag erneuert
  • Propeller gereinigt und geprüft; Flügel von Falt- oder Drehflügelpropeller bewegen sich frei
  • Welle, Wellenlager und Wellendichtung geprüft; Saildrive-Manschette mit dem Tauschintervall im Handbuch abgeglichen
  • Ruder auf Lagerspiel und austretendes Wasser am Ruderblatt geprüft
  • Borddurchlässe und Seeventile leichtgängig; Schläuche in Ordnung, Schellen fest und rostfrei
  • Logge, Geber und eventuelle Ablassschrauben wieder eingesetzt
  • Antifouling nach Herstellerangaben gestrichen; Auflagepunkte in den Gurten ausgebessert

Motor wieder in Betrieb nehmen

Arbeite den Zettel ab, den du am Zündschloss hinterlassen hast: Impeller wieder einbauen, falls du ihn ausgebaut hast, und dabei so schmieren, wie es das Handbuch vorgibt, Luftansaugung und Auspuff wieder öffnen und alles anschließen, was du abgeklemmt hast. Hast du im Herbst das Öl gewechselt, prüfst du jetzt den Stand; wenn nicht, wechselst du Öl und Ölfilter vor dem Saisonstart.

Im Tank können sich über den Winter Kondenswasser und Dieselpest bilden. Prüf deshalb vor dem ersten Start das Schauglas des Wasserabscheiders und den Kraftstofffilter und entlüfte die Anlage, wenn du Filter gewechselt hast. Lass den Motor nie ohne Kühlwasser laufen: an Land nur mit einer Wasserversorgung, die das Handbuch zulässt, denn ein trocken laufender Impeller ist schnell hinüber.

Checkliste

  • Impeller eingebaut oder geprüft; Ersatzimpeller an Bord
  • Verschlüsse an Luftansaugung und Auspuff entfernt, Zettel am Zündschloss weg
  • Ölstand geprüft oder Öl und Ölfilter gewechselt, falls im Herbst nicht geschehen
  • Kühlmittelstand und Frostschutzgehalt geprüft
  • Wasserabscheider und Kraftstofffilter auf Wasser und Schlamm geprüft; Kraftstoffanlage bei Bedarf entlüftet
  • Keilriemen, Schläuche und Schlauchschellen ohne Risse und Lecks
  • Motorlager sowie Gas- und Schaltzug auf Verschleiß und Leichtgängigkeit geprüft
  • Ölstand in Saildrive oder Getriebe laut Handbuch geprüft
  • Außenborder gewartet und im Testbehälter oder im Wasser probegelaufen

Krantag: zuerst auf Dichtigkeit prüfen

Die wichtigsten Minuten beim Auswintern sind die ersten im Wasser. Bitte den Kranführer, das Boot in den Gurten hängen zu lassen, während du unter Deck jedes Seeventil nacheinander öffnest und alle Borddurchlässe, Schläuche, Wellendichtung oder Saildrive und den Ruderkoker auf Wasser prüfst. Gib die Gurte erst frei, wenn die Bilge trocken bleibt.

Manche wartungsfreien Wellendichtungen müssen nach dem Zuwasserlassen entlüftet werden, und eine klassische Stopfbuchse muss eventuell nachgestellt werden; halte dich an die Anleitung des Herstellers. Dann startest du den Motor, noch fest vertäut: Kommt Kühlwasser aus dem Auspuff, sehen Temperatur und Ladekontrolle normal aus, und greifen Vorwärts- und Rückwärtsgang sauber? Behalte die Bilge auch in den Tagen danach im Auge.

Checkliste

  • Batterien geladen und angeklemmt, Bilgepumpen vor dem Kranen getestet
  • Boot bleibt in den Gurten, bis alle Borddurchlässe und Dichtungen geprüft sind
  • Kein Wasser an Seeventilen, Schläuchen, Wellendichtung, Saildrive oder Ruderkoker
  • Wartungsfreie Wellendichtung entlüftet, wenn das Handbuch es verlangt
  • Kühlwasser kommt kurz nach dem Start aus dem Auspuff; sonst Motor sofort aus und Ursache suchen
  • Temperatur, Öldruckwarnung und Ladekontrolle unauffällig
  • Vorwärts- und Rückwärtsgang am Steg getestet, fest vertäut
  • Bilge am Abend und in den Tagen danach erneut kontrolliert

Mast, Rigg und Segel

Lag der Mast über den Winter an Land, prüfst du ihn, bevor er gestellt wird, solange alles auf Augenhöhe ist: Scheiben und Beschläge im Masttopp, Lichter, Antenne und Windmesser, Salinge, Terminals und Kabelverbindungen. Worauf es dabei ankommt, steht in unserem Ratgeber zum Rigg prüfen. Sieh dir vor dem Maststellen auch Mastfuß, Mastspur und die Steckverbindung der Mastkabel an.

Steht der Mast, trimmst du das Rigg oder lässt es von einem Rigger trimmen, setzt alle Splinte und klebst sie ab. Nach dem ersten Schlag prüfst du die Spannung noch einmal, denn ein frisch gestelltes Rigg setzt sich oft. Zieh die Fallen mit den Vorholleinen wieder ein, schlag die Segel an und prüf, ob Reffleinen, Schoten und die Leine der Rollreffanlage frei laufen.

Checkliste

  • Mast, Salinge und Masttopp vor dem Maststellen geprüft
  • Mastlichter, UKW-Antenne und Windmesser getestet, bevor der Mast steht
  • Stehendes Gut nach dem Maststellen getrimmt; Splinte gesetzt und abgeklebt
  • Riggspannung nach dem ersten Schlag nachkontrolliert
  • Fallen mit den Vorholleinen eingezogen, Schäkel gesichert
  • Rollreffanlage dreht leicht; Trommel und Wirbel laut Handbuch gewartet
  • Segel vom Segelmacher oder aus dem Lager zurück, angeschlagen und auf Schäden geprüft
  • Reffleinen, Schoten und Lazyjacks eingeschoren und frei laufend
  • Winschen gewartet, wenn im Herbst notiert; Fallenstopper halten

Wasser, Elektrik, Gas und Sicherheitsausrüstung

Hast du das Trinkwassersystem mit Frostschutz geschützt, spülst du es durch, bis sauberes Wasser kommt, und desinfizierst Tanks und Leitungen danach mit einem Mittel für Trinkwasseranlagen. Füll den Boiler, bevor du einen Heizstab einschaltest. Teste die Elektrik von den Navigationslichtern bis zu UKW-Funk und Instrumenten, und prüf Alter und Zustand von Gasschläuchen und Druckregler, bevor du die Gasanlage auf Dichtheit prüfst.

Zum Schluss gehst du die Sicherheitsausrüstung durch und planst einen kurzen ersten Schlag bei ruhigem Wetter. So siehst du unter Last, ob alles funktioniert, bevor es auf den ersten längeren Törn der Saison geht.

Checkliste

  • Trinkwassersystem gespült, desinfiziert und auf geplatzte Leitungen und Lecks geprüft
  • Boiler vor dem Einschalten gefüllt; WC und Fäkalientank funktionieren, Seeventile und Schläuche geprüft
  • Batterien und Landstromkabel geprüft; Navigationslichter, UKW-Funk und Instrumente funktionieren
  • Gasschläuche und Druckregler geprüft; Verbindungen mit Lecksuchspray geprüft, nie mit offener Flamme; Gaswarner getestet
  • Automatische Rettungswesten: Gaspatrone fest und unbenutzt, Auslöseautomatik im Datum, Wartung nach Herstellerangabe
  • Wartungstermin der Rettungsinsel sowie Batterie und Wartung von EPIRB oder PLB geprüft
  • Signalmittel, Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Set nicht abgelaufen
  • Strecktaue, Lifebelts und Mann-über-Bord-Ausrüstung an Bord
  • Kurzer erster Schlag bei ruhigem Wetter vor dem ersten längeren Törn

Dieser Ratgeber ist nur eine allgemeine Orientierung: Halte dich immer an das Handbuch des Herstellers und frag im Zweifel einen Rigger, Segelmacher oder Bootsmechaniker.

Mit KeelBase im Griff

Dein Auswintern in KeelBase planen

In KeelBase machst du aus dieser Checkliste Aufgaben und verteilst sie an die Crew; jeder findet seine Aufgaben unter „Meine Aufgaben“, offene und erledigte Arbeit klar getrennt. Trag jede Arbeit bei der passenden Komponente ein, etwa Motor, Seeventile, Rigg oder Batterien, damit Wartungshistorie und nächste Wartungstermine aktuell bleiben, und frag Antifouling, Opferanoden oder einen Impeller über die Einkaufsliste zur Freigabe an. Beim Anschlagen der Segel zeigt dir das Segelinventar jedes Segel nach Segelsack, mit Zustand und Notizen.

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